Ende September ist Windows 11 25H2 wie erwartet erschienen, und in vielen Umgebungen, die ich betreue, sorgt die Enablement-Variante wieder für Erleichterung. Auf bestehende 24H2-Installationen kommt 25H2 lediglich als kleines Feature-Update-Paket. Die Installation ist entsprechend schnell erledigt und braucht nur einen Neustart. Der Servicing-Zyklus läuft ohne Bruch weiter. Für Enterprise- und Education-Editionen setzt Microsoft den Support-Zeitraum jetzt auf 36 Monate an, was alle freuen dürfte, die ihre Rollout- und Lifecycle-Strategien langfristig planen müssen. Die wichtigsten Details stehen wie gewohnt auf der offiziellen Seite Windows 11 Release Health und in der Übersicht der Neuerungen in 25H2.
Windows 11 25H2 verzichtet endgültig auf PowerShell 2.0 und WMIC
Auf den ersten Blick ist der Sprung auf 25H2 unspektakulär. Unter der Haube hat Microsoft allerdings aufgeräumt und PowerShell 2.0 sowie WMIC endgültig entfernt. Vor allem WMIC steckt in manchen Umgebungen noch in älteren Skripten oder Monitoring-Abfragen. Bevor der Rollout startet, sollten Sie die eigene Tool-Landschaft deshalb genau prüfen. Von den üblichen Sicherheitsverbesserungen und Fehlerbehebungen abgesehen, bleibt die Benutzeroberfläche im Wesentlichen unverändert. Microsoft geht es erkennbar um Stabilität, einheitlichen Support und einen möglichst reibungslosen Übergang für Unternehmen. Gerade in stark regulierten Branchen ist der verlängerte Support ein gewichtiges Argument, jetzt auf Windows 11 Enterprise zu setzen.
Intune und Windows Autopatch bringen 25H2 zuverlässig auf die Geräte
In der Praxis sehe ich vor allem zwei Wege, auf denen Firmen Windows 11 25H2 effizient verteilen. Der erste führt über das bewährte Modell der Feature-Update-Richtlinien in Intune. Damit heben Sie Geräte gezielt auf die neue Version und bestimmen selbst, wann verteilt wird, ähnlich wie schon beim Umstieg auf Windows 11 24H2. Alternativ übernimmt Windows Autopatch die Orchestrierung, was gerade für größere Mandanten immer interessanter wird. Microsoft kümmert sich dabei um die Verteilung und darüber hinaus um Gruppenzuordnung, Testphasen und Monitoring. In beiden Fällen hält das Enablement Package die Ausfallzeit gering, und das Rollback-Risiko bleibt sehr überschaubar.
Aus der Praxis rate ich zu einer gezielten Pilotierung in einer eigenen Entra-ID-Gruppe. So lassen sich kritische Anwendungen und Prozesse schnell auf Kompatibilität prüfen. Wer den neuen Release-Zyklus mit 36 Monaten Support voll ausnutzen will, sollte diesen Schritt nicht auslassen.
Für Windows-10-Umsteiger lohnt sich der direkte Sprung auf 25H2
Viele Unternehmen haben den Wechsel von Windows 10 auf Windows 11 noch vor sich. Weil das Supportende von Windows 10 näher rückt, wird immer häufiger über die „richtige“ Zielversion diskutiert. Ich halte es für sinnvoll, direkt auf Windows 11 25H2 zu migrieren und damit den neuen Support-Zeitraum vollständig mitzunehmen. Wer gerade die letzten Windows-10-Systeme ablöst, sollte diese Gelegenheit nutzen. Technisch ist 25H2 mit 24H2 identisch, beide teilen sich dieselbe Servicing-Basis, doch 25H2 bringt sämtliche Security- und Kompatibilitätsupdates gleich mit. Wie Sie die Migration planen, beschreibe ich ausführlich im Beitrag Windows-11-Migration mit Endpoint Analytics und Readiness Reports.
Realistische App-Tests decken Altlasten rechtzeitig auf
Auch wenn das Enablement Package einen schnellen Rollout verspricht, sollten Sie auf App-Tests nicht verzichten. Gerade der Wegfall von PowerShell 2.0 und WMIC kann ältere Tools oder Skripte aus dem Tritt bringen. Ich verschaffe mir zuerst mit einem Audit einen Überblick über die eingesetzten Anwendungen und Skripte und teste danach gezielt, ob alles wie gewohnt läuft. Unternehmen mit eigenen Paketen oder Management-Tools sollten zusätzlich ein kurzes Smoke-Test-Skript einsetzen, das die wichtigsten Anwendungsfälle abdeckt. Wer Windows Analytics bzw. Endpoint Analytics nutzt, findet dort wertvolle Hinweise auf Schwachstellen.
Mit diesem einfachen PowerShell-Snippet spüren Sie die WMIC-Nutzung auf Endgeräten auf:
Get-WmiObject -Class Win32_Process | Where-Object { $_.Name -like 'wmic.exe' }
(Voraussetzung sind PowerShell 5.x und lokale Adminrechte. Ausführen lässt sich das Snippet z. B. als PowerShell-Skript über Intune.)
Eine Intune-Richtlinie hält die Unternehmensimages frei von unerwünschten Store-Apps
Bei Enterprise-Rollouts kommt immer wieder die Frage auf, wie man mit vorinstallierten Store-Apps umgeht. Microsoft hat Windows 11 Enterprise mit 25H2 noch einmal „schlanker“ gemacht. Trotzdem empfehle ich, per Intune eine Richtlinie einzurichten, die unerwünschte Apps entfernt, etwa mit einem PowerShell-Skript oder über die Einstellungen für vorinstallierte Apps im Endpoint Manager. So bleiben die Images konsistent, und nach dem Upgrade tauchen keine unerwarteten Supportfälle auf. Wer Store-Apps zum ersten Mal automatisiert entfernen möchte, kommt mit der Intune-Richtlinie „Remove pre-installed apps“ schnell ans Ziel und erhält zentrales Reporting dazu.
Das Enablement Package schaltet 25H2 auf der bestehenden 24H2-Basis frei
Um das Prinzip „schnelles Feature-Update ohne komplette Neuinstallation“ greifbar zu machen, habe ich den typischen Ablauf des Upgrades auf 25H2 unten als Diagramm skizziert. Die eigentliche Systembasis (24H2) bleibt durch das Enablement Package erhalten. Freigeschaltet werden lediglich die neuen Features, Policies und der Support-Tag. Für Tests und Rollback bedeutet das deutlich weniger Aufwand.
flowchart TD
A["Windows 11 24H2 installiert"] --> B["Enablement Package 25H2 bereitstellen"]
B --> C["Kurze Installation, 1 Neustart"]
C --> D["25H2 aktiviert, 36 Monate Support"]
Abbildung: Ablauf des Enablement-Upgrades auf Windows 11 25H2 in der Praxis.
Das Upgrade läuft reibungslos, verlangt aber etwas Vorarbeit
Spektakuläre Features bringt 25H2 nicht. Dafür bekommen Sie einen planbaren, schnellen Upgrade-Prozess und ein einfaches Servicing, besonders im Zusammenspiel mit Intune oder Autopatch. Wer noch mitten im Umstieg von Windows 10 steckt, sollte spätestens jetzt 25H2 als Zielversion festlegen und die letzten Altlasten aus dem Image entfernen. Am meisten haben diejenigen davon, die Upgrades und App-Tests als Gelegenheit zum Aufräumen und Standardisieren sehen statt als notwendiges Übel. Weitere Praxistipps zu Rollout und Feature-Update-Management finden Sie in meinem Artikel Windows 11 24H2 gesteuert mit Intune und Autopatch ausrollen.


